Lego Spielzeug Figuren Menge Viele Menschen - (c) Pixabay

Fehlender Abstand bei Präsenzprüfungen

Die Lehrenden der Leuphana haben sich entschieden: Rund 50 % der Prüfungen finden in Präsenz statt. Der Univativ liegen Erfahrungsberichte von Studierenden vor, dass es nicht immer reibungslos abläuft.

In der Kalenderwoche 30 lag die Inzidenz mit Ausnahme von Sonntag, 01. August jeden Tag bei über 50 in Lüneburg. Der Landkreis wechselte damit in die Stufe 3 vom Corona-Maßnahmenplan. Zeitweise führte Lüneburg bundesweit die höchste Inzidenz an. Währenddessen fanden einige Prüfungen der Leuphana in Präsenz statt.

Studierende kritisieren Umsetzung

In den Wirtschaftswissenschaften berichten Studierende, dass rund 140 Personen im Auditorium an einer Prüfung teilgenommen haben. Die Abstands- und Hygieneregeln seien von den Studierenden vor, während und nach der Klausur teilweise nicht eingehalten worden. Der Einlass in den Raum sei chaotisch gewesen, sodass unter anderem der Abstand nicht eingehalten worden sei. Im Raum sollten die Studierenden laut Berichten ihre Taschen wegstellen und dies führte zu weiteren Bewegungen im Raum. Ebenso während der Klausur müssten Studierende immer wieder an die Taschen, um Getränke, Taschenrechner oder den Ausweis zu holen. Insgesamt wurden laut Studierenden die Abstände zwischen den Tischen und den Gängen nicht eingehalten.

Einige Studierende berichten, dass die Lehrenden explizit dazu aufgefordert haben, negative Corona-Test Ergebnisse vorzulegen. Bei anderen Prüfungen war dies wiederum nicht der Fall. Auch sollten sich die Studierenden eine Stunde vor Prüfungsbeginn einfinden, was unterschiedlich gut umgesetzt wurde. Selbst die Lehrenden haben sich laut Erfahrungsberichten nicht an diese Regel gehalten und sind oftmals erst 15 Minuten vor Prüfungsbeginn erschienen. Dies habe wiederum dafür gesorgt, dass wenig Zeit blieb, um in Ruhe und mit Abstand an die Plätze zu gehen. Die Studierenden seien enttäuscht darüber gewesen, dass man 45 Minuten umsonst gewartet habe. „Es ist kein Wunder, dass es dann so chaotisch abläuft“, so eine Studierende. Auch seien Studierende gebeten worden, während der Prüfung am Arbeitsplatz die Maske aufzubehalten.

Aktuell geltende Regeln

Nach dem aktuellen Stand gibt es keine Testpflicht für die Teilnehmer:innen. Es wird jedoch darum gebeten einen Corona-Test zu machen, um sozial verantwortungsbewusst zu sein. Einige Studierende berichteten jedoch, dass Sie sich bewusst nicht testen ließen, da Sie im Falle eines positiven Tests tagelang nicht an Prüfungen teilnehmen könnten.

Auch gibt es keine Maskenpflicht am Arbeitsplatz. Wer sich jedoch im Raum bzw. Gebäude bewegt, muss eine Maske tragen. Die Leuphana hat für die Durchführung der Präsenzprüfungen Hinweise veröffentlicht.

Stellungnahme der Leuphana

Anlässlich der Vorwürfe der Studierenden, hat die Univativ die Leuphana kontaktiert und folgende Rückmeldung erhalten: „Zum Schutz vor COVID-19 Erkrankungen setzt die Leuphana Universität Lüneburg ein umfangreiches Hygienekonzept um und hat die Durchführung der Prüfungen so gestaltet, dass das Risiko von Tröpfchen-, Aerosol und Schmierinfektionen minimiert ist. Alle Studierenden und Prüfenden wurden über diese Regelungen ausführlich informiert. Zur Umsetzung des Schutzkonzeptes ist die Universität allerdings auf die Mithilfe und Einhaltung der Regelungen durch alle Teilnehmenden angewiesen.“

Studierende sind Eigenverantwortlich

Die Studierenden haben es selbst in der Hand, die geltenden Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Die Entscheidung über die Präsenzprüfungen haben die Lehrenden vorgenommen. Es gibt keine Regel der Leuphana, dass ab einer gewissen Inzidenz Präsenzprüfungen untersagt werden. Die in Art. 5 Grundgesetz festgeschriebene Freiheit von Forschung und Lehre mache es der Universität nicht möglich, den Lehrenden die Durchführung von digitalen Prüfungen vorzuschreiben, so der AStA in einer Rundmail.


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Christopher Bohlens

Schreibt immer irgendwas über Hochschule, Politik oder Veranstaltungen, wo es so richtig kracht. Liebt investigativen Journalismus und beschäftigt sich viel mit Daten.

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