Wie der Semesterbeitrag an der Leuphana verwendet wird
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Wie der Semesterbeitrag an der Leuphana verwendet wird

Im Januar war es wieder so weit, Post von der Leuphana. Der Semesterbeitrag für das Sommersemester ist fällig: 357,32 Euro. Wie der Semesterbeitrag der rund 9.800 Studierenden verwendet wird, haben wir hier aufgeschlüsselt.

Den größten Anteil an diesem Beitrag macht das landesweite Semesterticket mit 131,72 Euro aus. Studierende der Leuphana Professional School besitzen seit Wintersemester 2018/19 kein Semesterticket mehr. Der Beitrag für das Studentenwerk OstNiedersachsen mit 104 Euro und ein allgemeiner Verwaltungskostenbeitrag von 75 Euro für die Verwaltung an der Leuphana kommen noch oben drauf. Schließlich beinhaltet der Rückmeldebeitrag noch 17 Euro für die Studierendenschaft. Hinzukommen weitere Beiträge.

Seit dem Wintersemester 2018/19 werden die Kosten für die AStA-Servicebetriebe KonRad (0,75 Euro) und die Kinderbetreuung EliStu (3 Euro) und Hochschulsport (2 Euro) getrennt erhoben. Zuvor waren die Kosten im Studierendenschaftsbeitrag (17 Euro) enthalten, somit erfolgte eine indirekte Beitragserhöhung, welche durch die Studierendenschaft im Wintersemester 2017/18 im Rahmen einer Urabstimmung beschlossen wurde.

Kleinere Beitragsanteile

Statt der ursprünglichen 17 Euro fallen nun für die Studierendenschaft also 20,75 Euro (Studierendenschaft, KonRad und EliStu) an. Wie die Beiträge der Studierendenschaft verwendet werden, ist im Haushaltsplan nachzulesen. Mit 20,75 Euro pro Semester gehört Lüneburg zu den Spitzenreitern bei diesen Beiträgen. Über den Hochschulsport liegen keine Finanz- oder Geschäftsberichte vor.

Die Kosten für den RadSpeicher Lüneburg (1,25 Euro) und für den Busverkehr in der Stadt und Landkreis Lüneburg (18,90 Euro) werden seit dem Wintersemester 2019/20 getrennt erhoben. Welche Strecken sich mit dem landesweiten Semesterticket nutzen lassen, ist hier nachzulesen: Semesterticket. Die zahlreichen Möglichkeiten, das SemesterTicketKultur (2,20 Euro) zu nutzen, sind hier aufgelistet. Das StadtRAD Lüneburg (1,50 Euro) lässt sich an sieben Stationen in Lüneburg nutzen und deutschlandweit.

Studentenwerk OstNiedersachsen gehört zu Spitzenreitern bei der Beitragshöhe

Das Studentenwerk OstNiedersachsen hatte vor etwa sechs Jahren die Beiträge massiv erhöht, Hintergrund waren unter anderem der hohe Sanierungsbedarf in anderen Städten, wie Braunschweig. Aktuell läuft noch eine Petition, die auf die Unterfinanzierung der Studentenwerke in Niedersachsen aufmerksam macht. Wie die Beiträge vom Studentenwerk verwendet werden, findet sich in den jeweiligen Jahresberichten. Auch hier gehört das Studentenwerk OstNiedersachsen zu den Spitzenreitern in Deutschland, was die Höhe der Beiträge angeht.

Der Verwaltungskostenbeitrag von 75 Euro pro Semester ist der höchste im nationalen Vergleich. In Niedersachsen ist im NHG (Niedersächsisches Hochschulgesetz) der Verwaltungskostenbeitrag geregelt. Dieser Verwaltungskostenbeitrag fließt in den niedersächsischen Landeshaushalt und wird dann vom Land über das MWK (Ministerium für Wissenschaft und Kultur) an die Hochschulen verteilt.

Langzeitstudierende blechen noch mehr

Langzeitstudiengebühren in Höhe von 500 Euro pro Semester müssen Studierenden bezahlen, deren “Studienguthaben” nach §12 NHG verbraucht ist. In der Regel ist das die Regelstudienzeit plus sechs Semester, Ausnahmen und Befreiungen möglich. Beispielsweise erhalten gewählte Fachgruppenvertreter*innen (FGV) hier ein zusätzliches Guthaben von zwei Semestern.

Die höchsten Rückmeldegebühren gibt es in Hannover mit zukünftig 429 Euro pro Semester. Dort wurde vor kurzem der Beitrag für das Studentenwerk um 20 Euro erhöht auf nunmehr 115 Euro.

Nachfolgend ergibt sich folgende Übersicht über die Rückmeldebeiträge der letzten Semester. Allgemeine Studiengebühren (Studienbeiträge) in Höhe von 500 Euro gab es vom WS 2006/07 bis SoSe 2014. In einigen Semestern wurden einige Gebühren nicht gesondert ausgewiesen.

Rückmeldegebühren im SoSe 2020 / (C) Christopher Bohlens
Rückmeldegebühren im SoSe 2020 – Angaben in Euro / (C) Christopher Bohlens


Update 14.02.2020 – Wir haben einige Grafiken mit Datawrapper eingestellt.

9. Februar 2020

About Author

Christopher Bohlens Schreibt immer irgendwas über Hochschule, Politik oder Veranstaltungen, wo es so richtig kracht. Liebt investigativen Journalismus und beschäftigt sich viel mit Daten.


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