Steinkreis am Bockelsberg wird zur „historischen Stätte“

Über Nacht taucht am Penny Bockelsberg ein Schild auf, das einen schlichten Steinkreis zur historischen Stätte erklärt. Was steckt dahinter?

Wer sich auf den Weg zum Penny am Bockelsberg macht, hat es vielleicht schon entdeckt: Ein unscheinbarer Kreis aus Steinen am Rand des Fußwegs wurde über Nacht zur angeblich historischen Sehenswürdigkeit erklärt. Ein Schild und ein wackliges Gestell aus Holz reichen aus, um aus ein paar Steinen den „Steinkreis Penny“ zu machen.

Auf den ersten Blick wirkt das Ganze überraschend echt. Erst beim genaueren Hinsehen fallen der ungewöhnliche Text und die scheinbar KI-generierten Bilder auf. Figuren und Texturen wirken gleichmäßig, makellos und wie eine Collage aus Mittelalter-Stereotypen ohne echten inhaltlichen Zusammenhang. Sie entlarven die Installation als scherzhaftes Kunstprojekt.

Schild am historischen Steinkreis Penny in Lüneburg
Schild in Großaufnahme – © Friedrich Krentz

Laut einer Studentin aus der beteiligten Gruppe, die anonym bleiben möchte, steht das Schild seit der Nacht zum Donnerstag, dem 23. April. Es handele sich um ein scherzhaftes „Kunstprojekt“. Hintergrund der Aktion sei die Wertschätzung des Ortes als improvisierte Sitzgelegenheit, um dort Backwaren, vor allem Laugenstangen, aus dem nahegelegenen Penny zu essen.

Doch wie legal ist so etwas eigentlich? Auf fremden Grundstücken wäre eine solche Aktion ohne Genehmigung eindeutig unzulässig. Im öffentlichen Raum gilt: Selbst wenn eine solche Aktion als Straßenkunst oder von der Kunstfreiheit geschützt sein könnte, folgt daraus nicht automatisch, dass öffentlicher Raum ohne Erlaubnis genutzt werden darf. Wie das VG Hamburg und das OVG Nordrhein-Westfalen festgestellt haben, ist für die Installation eines Kunstwerks im öffentlichen Raum grundsätzlich eine Sondernutzungserlaubnis einzuholen.

So oder so: Die Aktion sorgt bei denen, die sie entdecken, für ein Schmunzeln.

Steinkreis mit Schild am Penny Bockelsberg
Steinkreis mit Schild – © Friedrich Krentz/UNIVATIV

Fotos: Friedrich Krentz/UNIVATIV