Correctiv Recherche: Einschränkungen durch Uni-Leitungen bei der Kommunikation mit Studierenden
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Correctiv Recherche: Einschränkungen durch Uni-Leitungen bei der Kommunikation mit Studierenden

Die Univativ ist Partner der gemeinsamen CORRECTIV Recherche zum Thema #WarumWählstDu. Vor kurzem haben andere Campus-Medien ihr erstes Recherche Ergebnis vorgestellt. Dabei kam heraus, dass die Leitungen der Hochschulen die Kommunikation mit Studierenden einschränken.


Am 14. Februar 2020 haben sieben der Partnermedien (akduell, Akrützel, Blickfeld, bsz, Campus Mainz, ruprecht und UnAufgefordert) ihre gemeinsame von CORRECTIV koordinierte Recherche zu uni-weiten E-Mail-Verteilern veröffentlicht. Die Univativ ist zwar Teil des Projektes hat aber bei dieser gemeinsamen Veröffentlichung aus Ressourcenmangel nicht teilgenommen. Hier die zentralen Ergebnisse:

Uni-Leitungen schränken ASten und StuRä häufig in der Kommunikation mit ihren Studierenden ein. Das kann ein Problem für die studentische Demokratie sein. Die Uni-Leitungen begründen die Einschränkung unterschiedlich (z.B. mit Beschwerden von Studierenden über zu viele Mails oder mit Datenschutz). Auch auf welche Art und Weise, wie oft  und mit welchem Inhalt ASten und StuRä E-Mails an ihre Studierenden verschicken dürfen unterscheidet sich von Hochschule zu Hochschule. Nur an einer der acht untersuchten Hochschulen hat die Studierendenvertretung uneingeschränkten Zugriff auf den Mailverteiler mit allen Studierenden.

Hier die Links zu den Artikeln der einzelnen Medien:
ruprecht (Heidelberg): https://www.ruprecht.de/?p=17957
Akrützel (Jena): https://www.akruetzel.de/2020/02/13/stura-mail/
Blickfeld (Wuppertal): https://www.blickfeld-wuppertal.de/oncampus/informationen-zur-senatswahl-und-zur-wahl-zum-studierendenparlament
UnAufgefordert (Berlin): http://www.unauf.de/2020/mailverteiler-hochschulen-der-kalte-draht-des-refrat/
bsz (Bochum): https://www.bszonline.de/artikel/wie-kann-hochschulpolitik-mehr-studierende-erreichen
Campus Mainz (Mainz): https://www.campus-mainz.net/newsdetails/news/betreff-aw-aw-wg-asta-bitte-melden/
akduell (Duisburg/Essen): https://www.akduell.de/home/hochschulpolitik/asta-erreicht-viele-studis-nicht

Situation an der Leuphana
Um alle Studierenden an der Leuphana zu erreichen gibt es via myStudy den E-Mail-Verteiler “Newsletter ‘Studierende/r'”. Dort erfolgen pro Jahr rund 15 Nachrichten, hierbei geht es zum Großteil um Angelegenheiten die alle Studierenden betreffen. Der Studentische Wahlausschuss benutzt diesen Kanal um die Wahlankündigungen zu machen und der AStA für die Semesterticketrückerstattungen.

Auf die Nachfrage, ob die uneingeschränkte Kommunikation mit den Studierenden ein Problem sei, antwortete der AStA: Für den AStA ist es essentiell alle Studierenden zu erreichen, um die Aufgaben der Repräsentation zu erfüllen und den Aufgaben nach den Niedersächsischen Hochschulgesetz nachzukommen. Schließlich halten die AStA-Sprecher*innen fest, dass die Kommunikation zu allen Studierenden der Universität als eingeschränkt wahrgenommen wird, da sie zum einen nicht den Verteiler all@stud.leuphana.de verwalten und zum anderen nur über die Verwaltung der Universität E-Mails über diesen Verteiler verschicken können.

Dennoch stehen alternative Wege offen wie, dass der AStA einen wöchentlichen Newsletter über myStudy versendet. Für diesen Verteiler müssen sich  aber die Studierenden aktiv anmelden, da die Option der Direktanmeldung mit Option sich wieder abzumelden nicht Datenschutz konform sei. Insgesamt wünscht sich der AStA, mehr Student*innen direkt zu erreichen. Daher werden auch Soziale Medien, wie Facebook, Twitter und Instagram genutzt.

Antwort der Leuphana
Konfrontiert mit dem Vorwurf der eingeschränkten Kommunikation, antworte der Pressesprecher der Leuphana Henning Zühlsdorff: “Die Studierenden der Leuphana haben die Möglichkeit, sich über die Arbeit der Studierendenvertretung aktiv zu informieren oder auch passiv informieren zu lassen. Das Informations- und Kommunikationsportal myStudy bietet die Grundlage dafür.”
Weiter führt er aus, dass angesichts der Informationsflut, die uns täglich begegne, solle die Möglichkeit, selbst zu entscheiden, welche Informationen man erhalten möchte, immer die erste Wahl sein. Ein solches Opt-in Verfahren werde über myStudy angeboten. Auch das Präsidium der Universität nutze für seine Mitteilungen an die Studierenden keinen anderen als diesen Weg. Auf dem Weg der Ausnahmefälle bestehe daneben auch für den AStA die Möglichkeit, alle Studierenden über den myStudy-Verteiler zu erreichen. Die Nutzung dieses Verteilers sei allerdings nur über das myStudy Team möglich.
Der Verteiler all@stud.leuphana.de wird übrigens ausschließlich für technische, die IT-Infrastruktur betreffende Nachrichten des MIZ verwendet.


Foto: flickr – CC BY-NC-ND 2.0 – medieteknik kommunikation

25. Februar 2020

About Author

Christopher Bohlens Schreibt immer irgendwas über Hochschule, Politik oder Veranstaltungen, wo es so richtig kracht. Liebt investigativen Journalismus und beschäftigt sich viel mit Daten.


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