Damit die rund 722 Mitglieder im Studio 21 trainieren können, ohne über defekte Geräte oder lose Schrauben nachzudenken, sorgt Malte Fischer (63) im Hintergrund dafür, dass alles läuft.
Offiziell ist er Sportstätten- und Gerätewart, selbst nennt er sich lieber „Care Taker“ – weil er sich, wie er sagt, um alles kümmert, was anfällt. Seit fünf Jahren arbeitet der gelernte Sattler an der Leuphana, zuvor war er 27 Jahre selbstständig mit einer eigenen Lederwerkstatt. Dort bezieht er vor allem Motorradsitzbänke – im Studio 21 aber auch Hantelbänke.
Der gebürtige West-Berliner lebt heute in Echem bei Scharnebeck und kümmert sich neben dem Fitnessstudio auch um die Campushalle, Außenanlagen und Sportplätze. Getroffen haben wir ihn mit seinem Multitool zwischen einem zerlegten Cyclerad und der berüchtigten Saunaglastür.
Du bist hier seit 9:30 Uhr im Dauereinsatz – Was stand heute schon alles auf deiner To-do-Liste?
Momentan zerlege ich gerade ein Cyclerad, weil die Bremsen nicht mehr funktionieren. Heute früh habe ich die Geräte abgestaubt – das mache ich zweimal die Woche. Letzte Woche musste ich in der Campushalle noch ein Basketballnetz einhängen. Dann hab ich im Saunagarten geguckt, ob da Glatteis ist und ein bisschen Salz gestreut. Ich kümmere mich eben um alles, was so anliegt.
Welche Aufgaben machst du davon gern und bei welcher verdrehst du innerlich die Augen?
Das Putzen ist nicht unbedingt etwas, das ich besonders toll finde (lacht). Vor allem die Glastür in der Sauna – die kann ich jeden Tag sauber machen, weil da immer irgendwelche Flecken dran sind. Sauna assoziiert man natürlich mit Schweiß und dann kümmere ich mich eben darum, dass es nicht eklig aussieht. Richtig gerne mache ich handwerkliche Herausforderungen, wie am Cyclerad.
Was hinterlassen Menschen im Fitnessstudio am häufigsten – außer Schweiß?
Wir haben einen Kleiderfundus, bei dem ich mich immer wieder wundere, wie viele Sachen hier vergessen werden: Handtücher sind ja normal, aber auch Schuhe oder Unterhosen- das merke ich dann doch (lacht). Häufig werden auch Trinkflaschen vergessen. Die Sachen bewahren wir ein halbes Jahr auf und bringen sie dann zum Roten Kreuz. Gerade letzte Woche waren es acht Säcke mit Klamotten, dazu ein Karton Trinkflaschen zum Verschenken.
Gibt es etwas, das Mitglieder tun, was Hausmeister innerlich wahnsinnig macht?
Die Kippen draußen vor dem Studio, die gehen mir wirklich auf den Keks. Vor einem Sportstudio geht das gar nicht. Meist sind es, glaube ich, gar nicht die Mitglieder, sondern Leute, die nachts über den Campus gehen.
Was gehört zu deinem Arbeitsalltag als Hausmeister im Studio 21 immer dazu?
Ich hab mein Multitool immer dabei. Damit kann ich schnell eine Schraube festziehen, ohne extra den Werkzeugkasten zu holen. Und einen Taschenaschenbecher – damit hier nicht noch mehr Kippen rumliegen (lacht herzhaft).
Was hält einen Hausmeister im Studio 21 eigentlich am Laufen?
Einfach, weil es mir Spaß macht. Es ist ein schönes Arbeitsumfeld mit netten Menschen, mit denen ich zu tun habe. Ich sehe sie manchmal schon ein bisschen wie meine eigenen Kinder. Es kommen immer neue Aufgaben dazu, und innerhalb des Teams erfährt man eine unglaubliche Wertschätzung.
Was ist das Kurioseste, das du hier im Studio schon erlebt hast?
Am Kuriosesten weiß ich nicht, aber am schönsten ist das Hochschulsportfest im Sommer, bei dem sich alle verkleiden. Da mache ich auch mit: Ich trage dann Batman-Socken bis zu den Kniekehlen mit einem blauen Flattermäntelchen an den Waden. Letztes Jahr hatte ich noch einen bunten Hut auf- so einen Kram mache ich immer gerne mit.
Was würdest du den Mitgliedern und Mitarbeitern des Studio 21 gerne einmal sagen?
Es ist mir ein inneres Blumenpflücken, hier arbeiten zu dürfen und es hält mich jung (lacht).
Nicht immer sichtbar, aber im Alltag unverzichtbar: In unserer Reihe „Alltagsmenschen“ stellen wir Personen vor, die die Leuphana im Hintergrund am Laufen halten.
Foto: Jette Stern/Univativ
